Grundsätzliches
Es gibt zwei Regeln, von mir selbst aufgestellt, an deren Einhaltung ich mich beim Schreiben so penibel wie nur möglich halte.
 
1. Schreiben muss Spaß machen
Es bringt rein gar nichts, wenn man sich zum Schreiben zwingen muss, wenn man unter Zwang, genervt oder widerwillig ans Werk geht. Das kann sich eigentlich nur negativ auf die Geschichte auswirken und der Leser wird es merken.
 
2.  Das Geschriebene muss mir selbst gefallen
Sicher nicht gerade ein origineller oder neuer Grundsatz, aber nichtsdestotrotz von enormer Wichtigkeit. Oberstes Qualitätsmerkmal eines Textes ist und bleibt mein eigenes Urteil beim Korrekturlesen. Was mir nicht selbst gefällt, taugt auch für niemand anderen. Ich muss beim Lesen das Gefühl haben, dass ich für diese Geschichte ohne zu zögern einen entsprechenden Geldbetrag im Buchladen meines Vertrauens hinterlassen würde. Dabei – das habe ich inzwischen festgestellt – ist es sinnvoll, die Korrekturlesung nicht direkt im Anschluss an den Schreibvorgang durchzuführen. Ein wenig Zeit und Abstand zu den frisch geschaffenen Zeilen sollte man schon gewinnen. Das macht das eigene Urteil neutraler.
 
Mit meinen Geschichten möchte ich keine Botschaften transportieren. Ich bilde mir ein, nicht an übermäßiger Selbstüberschätzung zu leiden – zumindest nicht mehr als andere auch -, und mein Sendungsbewusstsein ist dementsprechend schwach ausgeprägt. Der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten, Milieu- und/oder Charakterstudien, Missstände anprangern, seelische Abgründe ausleuchten, Vermittlung von Wissen, all diese Dinge bilden nicht den Kern meiner Arbeit. Natürlich kann so etwas durchaus seinen Platz in der Geschichte finden, aber nur dann, wenn ich der Meinung bin, dass es dem Plot weiterhilft, wenn ich glaube, dass es gerade passt - nicht Triebfeder sondern Konsequenz.
Letztlich geht es mir einzig und alleine darum, eine gute Geschichte zu schreiben, die den geneigten Leser für eine Zeitspanne seiner Wahl vom Alltag ablenkt, ihn zu fesseln vermag und ihm Vergnügen bereitet. Zumindest ist das schon seit vielen Jahren meine Motivation, ein Buch nach dem anderen zu lesen. Ich würde einiges darauf wetten, dass es nicht nur mir so geht.